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Medienbildung und Digitalisierung in KiTas

Auszug aus den Leitlinien für Bildung und Erziehung in Kindertageseinrichtungen und der Kindertagespflege (Februar 2026)

3.7 Sich mit Medien beschäftigen – Medien und Digitalisierung

Um welche Inhalte es bei den Bildungsthemen Medien und Digitalisierung geht
Medien sind Vermittler von Inhalten: von Informationen, Bildern, Gefühlen, Geschichten, Ideen und vielem mehr. Bereits die klassischen Medienformate wie Bilderbuch, Zeitschriften, Fernsehen und Film sowie Hörfunk waren und sind eng miteinander verbunden. Die Digitalisierung trägt weiter dazu bei, dass die Grenzen zwischen den Medien verschwimmen. [...]
Die Digitalisierung, also die Umwandlung analoger Informationen in digitale Formate, hat diese Prozesse weiter verändert. Neben der linearen Mediennutzung [...] bieten viele Medien heute non-lineare Dienste an. Diese erlauben es den Nutzerinnen, selbst zu bestimmen was sie wann und wie sehen, hören oder spielen möchten, zum Beispiel im Rahmen von Streamingdiensten bis hin zu Social-Media-Apps, bei denen ein Algorithmus bestimmt, was den Nutzerinnen angeboten wird.

Wie Kinder diesen Themen in ihrem Alltag begegnen (können)
Kinder machen ihre ersten Medienerfahrungen in ihren Familien. Sie begegnen Medien dort auf sehr unterschiedliche Art und Weise. Das gilt sowohl für den Umgang mit Büchern als auch mit digitalen Medien. [...]
Dabei faszinieren Kinder besonders die Inhalte der Medien. Sie lauschen den lustigen, spannenden oder auch traurigen Begebenheiten [...] Die Identifikation mit einzelnen Figuren kann Kinder aber auch darin unterstützen, mit schwierigen Themen und Gefühlen umgehen zu können und ihnen Sicherheit zu geben.
Eine besondere Rolle in der Medienbildung des Kindes spielt die familiale Nutzung digitaler Medien. Insbesondere der Umgang der Familienmitglieder mit dem Smartphone beeinflusst nicht nur die Mediensozialisation der Kinder, sondern auch die alltäglichen Eltern-Kind-Interaktionen.

Wie pädagogische Fachkräfte Kinder darin unterstützen können, sich mit Medien zu beschäftigen
Damit Kinder Medienkompetenzen entwickeln können, brauchen sie vielfältige Erfahrungen mit unterschiedlichen Medien.

Gerade in Alltagssituationen erfahren die pädagogischen Fachkräfte viel über die konkreten Medienerlebnisse der Kinder: in den Gesprächen zwischen den Kindern bei den Mahlzeiten, bei der Beobachtung des Freispiels oder beim Blick auf die Figuren, die auf den Brotdosen, den Rucksäcken und T-Shirts der Kinder prangen. Medieninhalte sind ‚Themen der Kinder‘ und dürfen von den pädagogischen Fachkräften nicht ignoriert werden. Es ist vielmehr wichtig, dass die Kinder verschiedene Möglichkeit erhalten, ihre Erfahrungen mit den unterschiedlichen Medien und ihren Geschichten mit anderen zu teilen und zu bearbeiten. Das gilt insbesondere für die mit den Medienerlebnissen verbundenen Gefühle. [...]
In Angeboten und Projekten bietet es sich an, dass die pädagogischen Fachkräfte sowohl die Medieninhalte aufnehmen und bearbeiten als auch die Mediennutzung sowie die Medienerstellung. So können sie die Mediengeschichten der Kinder durch gemeinsame eigene ‚Folgen‘ z. B. in einem Stop-Motion-Film erweitern. [...]
Die pädagogischen Fachkräfte sind immer wieder gefordert, sich über ein ausgewogenes und altersgerechtes Verhältnis zwischen analogen und digitalen Medien [...] Gedanken zu machen. Vor allem ist es wichtig, dass sie den Kindern Möglichkeiten zur Verfügung stellen, ihre Medienerlebnisse eigenständig zu verarbeiten.

Die Handlungsprinzipien berücksichtigen
Die Berücksichtigung der Handlungsprinzipien kann in Bezug auf die Themen Medien und Digitalisierung bedeuten, sich zu fragen, ...
... wie Medieninhalte auf Kinder wirken. Das bedeutet z. B. sich darüber bewusst zu sein, dass einige Medieninhalte kaum Vielfalt zeigen [...] und Medieninhalte diskriminierungssensibel mit ihnen zu hinterfragen.
... wie sie im Zusammenhang mit Medien sensibel auf die verschiedenen Aspekte des Kinderschutzes eingehen. Dazu gehören die Berücksichtigung des Datenschutzes [...].
... was sie tun können [...], um Kindern das Recht zuzugestehen zu entscheiden, welche Medien sie wie nutzen wollen. [...] Wie man Informationen [...] überprüfen kann (Fake News, Faktenchecks) ist ein wichtiger Beitrag zur öffentlichen Meinungsbildung.
... inwiefern sie digitale Medien auch für die Entdeckung ökologischer Zusammenhänge nutzen können.

Quelle: Erfolgreich starten – Leitlinien für Bildung und Erziehung in Kindertageseinrichtungen und der Kindertagespflege, Kapitel 3.7, Stand Februar 2026


https://www.schleswig-holstein.de/mm//downloads/SOZMI/bildungsleitlinien.pdf

QR-Code zum Download der gesamten Datei (PDF) „Erfolgreich starten – Leitlinien für Bildung und Erziehung“


Aufgaben:

Lest den Auszug aus den neuen Leitlinien (Kapitel 3.7) und bearbeitet dann die folgenden Punkte:

  1. Beziehung zwischen Kind und Medien: Erläutert, wie die Beziehung zwischen Kindern und Medien in diesem Text dargestellt wird. Welche Rolle spielen dabei das familiäre Umfeld und die „Medienfiguren“?

  2. Merkmale von Medien: Benennt die Merkmale und Funktionen, die Medien im Text zugeschrieben werden. Worin unterscheidet sich die Darstellung digitaler Medien von klassischen Medien?

  3. Aufgaben der Fachkräfte: Beschreibt, welche konkreten Aufgaben und Handlungsmöglichkeiten für Erzieher:innen im Umgang mit Medien genannt werden. Was ist neu oder anders im Vergleich zu rein passiven Medienkonsum?

  4. Kritische Bewertung: Bewertet die Ausführungen kritisch und diskutiert dabei auch die Umsetzbarkeit, Passung zur Zielgruppe, Praktikabilität usw.